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Gläser sterilisieren

Gläser im Ofen um sie zu sterilisieren

 

Kennst du das? Du willst einkochen. Aber die Gläser sind noch nicht sterilisiert. 

Also setzt du die grösste Pfanne mit Wasser gefüllt auf den Herd. Warten bis dieses kocht, dann die Gläser 10 Minuten im sprudelnden Wasser auskochen. Und anschliessend unter Verbühgefahr wieder herausfischen. Total gefährlich!


Ich verrate Dir in diesem Artikel, wie es ganz einfach, ohne Gefahr geht. 

 

Warum sterilisieren wir die Gläser?

Gute Frage! Glas an sich bietet Mikroorganismen keinen Lebensraum. Es ist trocken, und kann nicht verdaut werden. Also keine Lebensgrundlage.

Hmmm... warum also?


Wir wollen weder Staub aus dem Keller oder Reste vom letzten Apfelmus in unserer Tomatensauce. Und die Gläser sollen, wenn wir heisses zum Einkochen einfüllen, heiss sein. Darum. Heiss und sauber, das ist das Ziel.  

 

Auswaschen

Als erstes wasche ich die Gläser sauber ab. Auch die neuen Gläser. Irgend jemand hat diese verpackt. Und auch das Verpackungsmaterial kann gestaubt haben. 


Ich gebe sie in die Abwaschmaschine. Von Hand, mit wenig Spülmittel abwaschen ist ebenfalls perfekt. 

 

Nicht abtrocknen!

Das Allerwichtigste ist: Nicht abtrocknen! Und wenn ja, nur mit einem frischen, sauberen Tuch. Lieber zum Abtropfen auf ein sauberes Tuch stellen. Aber nicht ausreiben. 

 

Mit dem Abtrocknen kann es nämlich sein, dass wir mit dem Tuch oder unseren Händen bereits wieder Mikroorganismen ins Glas bringen. Das wollen wir auf keinen Fall.  

 

Sterilisieren im Ofen und gleichzeitig vorwärmen

Wenn es bei mir privat (nicht in der Rühr-Werk Produktion) mal schnell gehen muss, spüle ich die Gläser mit heissem Wasser aus und fülle dann gleich ein. Bis jetzt ist das meistens gut gegangen. Allerdings hatte auch ich in der letzten Zeit hie und da mal ein Glas in dem etwas geschimmelt hat. Also muss ich mich da an der Nase nehen. 

 

Normaler weise gehe ich so vor: 

Gläser auf ein Blech stellen und im Backofen für mindestens 10 Minuten bei 100°C trocknen. Trocknen und sterilisieren in einem Durchgang und das alles ohne Verbrühgefahr. Ganz entspannt. Und perfekt sterilisiert. 

 

Sterilisieren in der Abwaschmaschine oder im Steamer

 

Neuere Abwaschmaschinen haben sogar einen Spülgang um Gläser zu sterilisieren. Aber das lohnt sich nur, wenn man viel auf einmal einkocht. Die sind dann abgewaschen, gleich sterilisiert und sogar durch die Restwärme getrocknet. 

 

Bei einigen Steamern gibt es ebenfalls ein Programm zum Sterilisieren. Hab ich auch schon ausprobiert. Das erste Mal war recht lustig. Ich habe sie mit der Öffnung nach oben reingestellt. Dann sind sie nachher mit Wasser gefüllt, was nicht das Ziel war. Also habe ich gelernt Öffnung nach unten :-).

Im Steamer sind die Gläser nachher feucht, das muss man einfach wissen. 

 

Flaschen für Sirup

Sirupflaschen passen bei mir nicht stehend in den Ofen. Also habe ich mir angewöhnt, diese mit kochendem Wasser aufzufüllen, das ich erst kurz vor dem Abfüllen ausgiesse. Dabei achte ich darauf, dass der Verschluss auch noch einmal abgespült wird.
Die Flaschen sind vorher natürlich sauber abgewaschen und die Verschlüsse mit neuen Gummis versehen, versteht sich von selber. 

 

Falls die Flaschen schon mal gebraucht worden sind, penibel darauf achten, dass sich darin kein Schimmel gebildet hat. Dieser könnte sich im neuen Sirup gleich wieder ausbreiten. Da Schimmel als Überlebensform Sporen bildet, können diese, sobald es optimale Lebensbedingungen gibt (im neuen Sirup) erneut auskeimen. 

 

Deckel und Ringe sterilisieren

Eine Möglichkeit ist, Deckel und Ringe im Wasser für 10 Minuten auszukochen. Vor allem bei schon gebrauchten Deckeln und Ringen ist das sinnvoll. Anschliessend bleiben sie im Wasser, bis sie gebraucht werden. Oder sie werden mit aufs Blech gelegt und im Ofen getrocknet.


Alte, trockene Gummiringe bitte auswechseln, ebenso zerkratzte oder verfärbte Deckel. Für den Privatgebrauch ist es durchaus möglich Deckel und Ringe mehrmals zu verwenden. 
 

Und zum Schluss noch dies

Grundsätzlich ist es (wie schon so oft geschrieben) ein Zusammenspiel von vielen Faktoren, damit das Einmachen gelingt. Einwandfreie Lebensmittel, persönliche Hygiene, Hygiene und Sauberkeit in der Küche, saubere Gerätschaften und sauberes Arbeiten. 


Einmachen ist Arbeit. Und ich will nicht die ganze Arbeit haben um drei Wochen später alles auszuleeren, weil es schimmlig geworden ist. Oder noch schlimmer, weil die Gläser aufgegangen sind. Darum beachte ich all diese Dinge. So habe ich auch später Freude an meinen Vorräten.
 

Herzliche Grüsse aus der Genuss-Zentrale

 

Frau Rührwerk