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Spätzli für den Vorrat

Hier melde ich mich gut erholt und voller Ideen aus den Feiertagen zurück und wünsche allen nachträglich noch alles Gute fürs Neue Jahr. Ich glaub das darf man noch in den ersten zwei Wochen?

 

Ich habe über die Feiertage viel nachgedacht, viel aufgeräumt und nebenbei noch Orangen, Zitronen und Mandarinen für meine diversen Orangen-Aufstriche verarbeitet.
Nachgedacht habe ich über Nachhaltigkeit, Abfall, "zu viel" und gutes Essen. Wie viele Kübelsäcke braucht Familie Rühr-Werk so in einem Jahr? Wie viel ist Verpackung vom Einkauf? Wie oft kaufe ich aus vermeintlicher Zeitnot ein Fertigprodukt? Warum habe ich vergessen, dass mir Kochen so viel Spass macht, mich entspannt und erst noch die anderen glücklich macht? Ok. das mit dem Glücklichmachen würden meine Kinder nur bedingt unterschreiben (zuviel Gemüse:-).

Regionale Produkte, ohne viel Verpackung, dafür von hoher Qualität. Daran will ich mich mehr erinnern. So will ich im 2019 kochen und essen. 

 

Übrigens ist es doch so, dass das Einmachglas die Urgrossmutter der Tupperdose ist. Und es hat erst noch den Vorteil, dass sich das Glas nicht verfärbt und keine Gerüche annimmt. Ich persönlich hatte lange eine Abteilung Tomaten-Tupper, rot und stinkig. Und sind wir ehrlich, irgendwann stinken alle Plastikgefässe. 
So gibt es im Moment viele Dinge, die mir im Alltag begegnen und bei denen ich überlege, ob ich das wirklich so machen will, oder ob es auch gesunder, ökologischer und/ oder ökonomischer geht. Klar überlege ich dabei auch immer, ob ich Zeit habe. Aber wenn ich ehrlich bin, für das was mir wichtig ist, finde ich auch Zeit. 

 

Darum heute ein einfaches Rezept: selbstgemachte Spätzli. Das braucht zwar etwas Zeit, aber dann habt ihr für 2-3 Personen 4-5 x ein feines Essen. Haltbarmachen kann man es so, wie es gerade passt und sogar eine vegane Variante ist problemlos möglich. 

 

Vorgehen

 Vorbereiten und Zutaten
reicht für ca. 3 kg frische Spätzli

  • 1 kg Spätzlimehl oder Weissmehl
  • 6 frische Eier 
  • 6 dl Milch-Wasser (oder nur Wasser
  • 2 TL Salz
  • 1 Messerspitze Muskat

Mehl

Spätzlimehl ist Weissmehl mit Hartweizengriess, dadurch werden die Spätzli besser im Biss. Man kann auch das Weissmehl selber mit Hartweizengriess mischen (2 EL auf 100 g Weissmehl) geht tiptop.  

 

Vegane Variante
Bei der Veganen Variante ersetzen wir die Eier und die Milch durch eine andere Flüssigkeit. Dazu kann man nur Wasser oder Sojamilch nehmen. Als kreative Variante geht auch Bier, Weisswein oder vielleicht sogar Champagner oder Apfelsaft.
Wer die Spätzli trotzdem klassisch gelblich möchte, kann wenig Kurkuma beigeben und für eine glattere Oberfläche hilft 1 TL Öl pro 100 g Mehl. 

 

Kreativität

Ein Teil der Flüssigkeit kann durch Gemüsepüree ersetzt werden oder auch durch gehackte Kräuter, oder Gemüsesaft. Man darf ruhig ausprobieren, was gelüstet. . Einzig der Teig muss noch "teigig" sein und darf nicht zu flüssig werden.  

 

 Mise en place.

  • Das Milchwasser abmessen
  • Die Eier aufschlagen, dazugeben und verquirlen
  • Mehl abwägen, Salz und Muskat dazu
  • Alles vermischen und gut durchrühren. Wer eine Küchenmaschine hat, machts am Einfachsten damit, aber auch von Hand gerührt kann man einen guten Spätzliteig "klopfen".

Der Teig sollte glatt sein, leicht von der Kelle oder dem Rührgerät fallen und Blasen werfen, was einen Moment dauert. Anschliessend darf er eine halbe Stunde ausruhen.

 

Weiter stellen wir bereit: 

  • 1 Pfanne mir leicht gesalzenem Wasser (darin kochen wir die Spätzli) 
  • 1 Schüssel mit kaltem Wasser (darin kühlen wir die Spätzli ab) 
  • 1 Abtropfsieb

Ausserdem benötigen wir je nach Konservierung:

  • Gefässe um portionenweise Tiefzufrieren
  • Dörrex oder Backblech zum Trocknen 
  • Einmachgläser zum Einmachen und das "Einmach-Gerät" Wecktopf, Pfanne, Steamer usw. 

Herstellung

Um die Spätzli oder Knöpfli zu "formen", gehen wir so vor:

Knöpfli der Teig wird portionenweise durchs Knöpflisieb ins kochende Wasser gestrichen. Wer kein Knöplisieb hat kann die Hinterseite einer Röstiraffel nehmen.

Spätzli sind grösser und werden vom nassen Holzbrett geschabt. Teigportion auf das nasse Brett legen und mit dem Gummischaber         
                                                      oder der Hinterseite eines Messers vom Brett ins Wasser schaben. 

Kochzeit

Spätzli nur so lange im Salzwasser kochen, bis sie oben schwimmen (1-2 Min.) dann abschöpfen und sofort im kalten Wasser abkühlen und anschliessend ins Sieb ableeren und gut abtropen lassen. 

Jetzt ist es Zeit zu entscheiden, wie wir sie haltbar machen wollen. 

Wobei eine Portion gab es, zur Freude meiner Tochter, gleich als Spätzlipfanne zum Mittagessen.

Trocken einkochen (ohne Flüssigkeitszugabe) 

Die frischen, abgetropften Spätzli abfüllen bis ca. 2-3 cm unter dem Rand ohne Flüssigkeitszugabe. Gläser verschliessen und ab in den Steamer, in den Wecktopf oder ins Wasserbad für 60 Minuten bei 100° Grad. 
Gefunden habe ich einmal mehr in verschiedenen Rezepten sehr verschiedene Zeiten und Temperaturen. Mit der Überlegung, dass ich einwandfreie Rohprodukte verwende und im kochenden Wasser produziert habe, denke ich, dass es mit dieser Zeit und Temperatur sicher ist. Ich werde berichten.

 

Eine ideale Konservierungsmethode wenn ich die Spätzli zur Arbeit mitnehmen möchte, für die Ferien vorgekocht habe, oder keinen Tiefkühler habe. Ansonsten liegt mir persönlich  das Tiefkühlen für Spätzli näher.   

Einfrieren

Klassisch, einfach und schnell griffbereit. 100 - 150g ergeben 1 Portion. 

Ich mache die Portionen so, dass es für eine Mahlzeit für unsere Famile reicht. Wenn ich die Spätzli schnell brauche, einfach 1 Min. ins kochende Wasser geben, anschliessend abgiessen. So sind sie aufgetaut und verwendbar. Entweder brate ich sie mit Butter in der Bratpanne an oder verwende sie für einen Gratin.  

Trocknen 

Wer einen Dörrex hat, oder auch im Backofen bei ca. 50-70 Grad können die Spätzli getrocknet werden. Wenn man nach dem Abtropfen etwas Olivenöl untermischt, kleben sie auch nicht zusammen. Trocknen dauert je nach Grösse unterschiedlich lang. Meine Knöpfli hatten ca. 5 Stunden im Dörrex.

Wenn ich sie brauche, behandle ich sie gleich wie Nudeln. 5-7 Min. im kochenden Salzwasser al dente kochen und danach anbraten oder weiterverwenden, je nach Menü.

 

Natürlich könnt ihr die erste Portion gleich mit einem Glas Gulasch vom letzten Mal anrichten, dann habt ihr innert kürzester Zeit ein wunderbares Essen auf den Tisch gezaubert. 

 

 

 

Bei uns gab es Spätzlipfanne mit Gemüse und Schinkenwürfeli. Was mit mir den Ehrentitel "Mami du bisch die bescht Chöchin vo dä Wält" eingebracht hat. 

 

 Viel Erfolg beim Nachmachen und genussvolle Grüsse 

 

Eure Frau Rühr-Werk

 

 

Wie immer bin ich gespannt auf Eure Erfahrungen. Habt ihr Wünsche oder Fragen an mich? Lasst es mich wissen.

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