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Rindsgulasch im Glas

Manchmal überlege ich lange, was ich euch als nächstes zeigen soll. Oft stehen viele Rezepte oder auch Wissenswertes im Raum. Jetzt habe ich endlich entschieden, diesmal soll es das Gulasch sein. 

 

Besonders im Herbst, wenn ich den ganzen Tag in der Rühr-Werk Küche produziert habe, dann komme ich nämlich mit einem Bärenhunger nach Hause. Und komischerweise möchte ich dann Fleisch. Da wir nicht oft Fleisch essen, hat es meistens keines im Kühlschrank, und so werden es dann halt Spiegeleier auf Brot, was ja grundsätzlich auch nicht schlecht ist. 

 

Doch jetzt habe ich eine Lösung: Gulasch im Glas eingemacht. Lange habe ich mich nicht an Fleisch getraut. Es gibt viele Mythen und Falschinformationen zu Einmachen mit Fleisch. Weil Fleisch sehr eiweisshaltig ist, muss man ein paar Dinge besonders beachten, wobei ich der Meinung bin, dass das bei allem was wir einwecken unumgänglich ist:  

  • Einwandfreie Rohprodukte verwenden 
  • Sauber und hygienisch arbeiten
  • Zeiten und Themperaturen einhalten
  • Vor dem Geniessen mit Augen und Nase prüfen
  • Vor dem Geniessen noch einmal gut erhitzen

Sind wir ehrlich, als es noch keine Kühlschränke gab, hat man es genau so gemacht und die wenigsten sind daran gestorben. Übrigens hat Herr Dähler von der Talegg-Metzg in Wald gestrahlt, als ich ihm sagte, was ich mit dem Rindfleisch vor habe und hat sich an seine Grosseltern erinnert, die jeweils alles vom Kalb eingemacht haben. Also alles halb so wild.

 

Vorgehen

 Vorbereiten und Zutaten
reichen für ca. 4 Gläser à 500 ml, was etwa 2 mittlere Portionen gibt

  • 800 g Rindfleisch (Keule, aha, das zartere meinte mein Metzger)
  • 100 g Zwiebeln 
  • 2 gelbe Peperoni
  • 250 g Tomaten
  • 50 g Lauch oder Bundzwiebeln
  • 5 dl Rinderfond (wichtig, ohne Hefe!!!)
  • 3 EL Öl zum Anbraten (ich nehme Olivenöl)
  • 2 EL Balsamico Essig (Rotwein sollte auch gehen) 
  • Rosenpaprika, Salz, Pfeffer aus der Mühle

Natürlich kann man beim Gemüse dazu nehmen, was man gerne mag. Es gehen sicher auch Rüebli, Erbsli, rote oder grüne Peperoni, Bohnen oder ev. sogar festkochende Kartoffelwürfel. Es darf experimen-tiert werden. 

 

Rinderfond: ohne Hefe ist sehr wichtig, weil diese gären könnte und dann die Gläser verdorben sind und aufgehen. Man muss suchen, aber beim Metzger oder im Biofachgeschäft findet ihr welchen. Das gleiche gilt übrigens für Bouillon die wir zum Einmachen verwenden. Immer ohne Hefe.  

 

 Mise en place (wie man so schön sagt) = Zuerst alles vorbereiten, dann geht es nachher einfacher

  • Die Zwiebeln halbieren und in Streifen schneiden.
  • Das Rindfleisch in ca. 2-3 cm grosse Würfel schneiden. 
    jetzt kann ich das Fleisch bereits anbraten und schmoren lassen, siehe beim zweiten Schritt.
  • Die Peperonis, achteln, entkernen und in Streifen schneiden. 
  • Bei den Tomaten kann man, wenn es schnell gehen soll, auch Cherrytomaten nehmen, und einfach kurz vierteln. Oder wenn man Zeit hat, die Tomaten, kurz überbrühen, schälen, Kerne rausnehmen, in Würfel schneiden und Kerne in einem Sieb abtropfen lassen, Saft auffangen und später beigeben.
  • Den Lauch oder die Bundzwiebeln, halbieren und in Streifen schneiden.

 

Eine grosse Pfanne mit Deckel wählen, ein Schmortopf ist ideal. 

 

Öl in der Pfanne erhitzen, Rindfleisch rundherum scharf anbraten. 
Zwiebel zugeben und 1-2 min. mitbraten (nur glasig werden lassen, nicht rösten).

Jetzt kann gewürzt werden. Wenn vorher gesalzen wird, verliert meiner Meinung nach, das Fleisch sehr viel Wasser. Salz, Pfeffer und Paprika beigeben. Beim Paprika kann man natürlich auch das schärfere nehmen, je nach Vorliebe. 
Mit Essig ablöschen und dem Fond und den Tomatensaft beigeben. Anschliessend zudecken und bei schwacher Hitze eine 30 Min. köcheln lassen. 

 

In der Zwischenzeit kann ich das Gemüse rüsten. Dieses wird nach der halben Stunde beigegeben und das ganze noch einmal für ungefähr 20 Minuten geköchelt.  

 

 

Während das ganze noch einmal köchelt können wir die Gläser vorbereiten. Die Gläser und Deckel sauber waschen, und im Backofen bei 100°C sterilisieren, Gummis im Wasser aufkochen und drin lassen, bis wir sie brauchen. 
Ich empfehle euch die altbewährten Weck- oder Rex-Gläser mit den Klammern, da wir lange, bei hoher Temperatur sterilisieren. Den Schraub-deckeln traue ich da nicht unbedingt. 

 

 

Abfüllen bis ca. 2-3 cm unter dem Rand und ab in den Steamer oder in den Wecktopf oder auch ins Wasserbad für 120 Minuten bei 100° Grad. 
 

Ich im Backofen würde ich das nicht unbedingt machen, da ich es etwas heikel finde. Aber es geht sicher auch, da müsstet ihr in Euren Backofenanleitungen nachschauen. Besser im Grossen Topf simmern lassen. 

Wenn die Gläser abgekühlt sind, wie gewohnt die Klammern entfernen und kontrollieren, ob es ein Vakuum gegeben hat. Anschonsten gibt es einfach Gulasch zum Znacht ;-) 

 

 

Und wenn jetzt Gulasch geben soll, mache ich mir Spätzli, Nudeln oder Reis, und erhitze das Gulasch in der Pfanne. Die Sauce kann jetzt noch etwas gebunden werden oder ihr könnt auch noch Rahm dazu geben (aber nie vor dem Einmachen Rahm dazu!)

Dazu ev. ein feines Glas Rotwein, ein paar Kerzen auf den Tisch und dann ist das für mich Genuss pur.  

 

 Viel Erfolg beim Nachmachen und genussvolle Grüsse 

 

Eure Frau Rühr-Werk

 

Wie immer bin ich gespannt auf Eure Erfahrungen. Habt ihr Wünsche oder Fragen an mich? Lasst es mich wissen.