· 

Die Gelierprobe

Ohne Gelierprobe kann es schon mal misslingen

Konfitüre zu kochen hat etwas Meditatives. Ich rühre in diesem köstlich duftenden Fruchtbrei, der sich langsam aufheizt. Ich gebe den strahlend weissen Zucker dazu. Beim Weiterrühren merke ich, dass es sich sandig anfühlt. Ich rühre weiter und der Zucker löst sich langsam auf. Die Farbe der Masse wird intensiver. Der Duft ist betörend. Jetzt ist genug gekocht. Ich fülle alles in die vorbereiteten Gläser ab.  

Leider merke ich am nächsten Tag, dass alles flüssig ist. Ich ärgere mich! Das kann ich nicht verwenden, um aufs Brot zu streichen. - Hätte ich doch nur die Gelierprobe gemacht! 

 

Festigkeit testen

Um zu prüfen, ob mein Fruchtaufstrich nach dem Kochen fest wird, mache ich einen Geliertest. Dazu gibt es verschiedene Techniken. Eine besagt, dass der 5. Tropfen an der Kelle hängen bleiben muss. Bei einer anderen müssen die Tropfen breit zusammen laufen. 

Wieder andere sagen, dass die Konfitüre auf 102°C gekocht werden muss. 

Ganz ehrlich? Bei 102-103°C kocht und schäumt die Masse wie Wäsche. Bei den Kellentests war ich mir nie sicher, ob das was ich sehe, korrekt ist. - Ich schwöre auf die Tellermethode. Das mache ich bei jeder Pfanne die ich koche, also ca. 250 Mal im Jahr. 

 

Das brauchst Du

Es braucht kein teures Gerät. Ein paar Kaffeeunterteller im Tiefkühlfach des Kühlschranks. Das ist alles. Kein grosser Aufwand. Bei Frau Rühr-Werk sind die Kaffeeteller immer im Tiefkühlfach. Kaffee wird ohne Unterteller serviert. 

 

So wird es gemacht

Tropfe mit der Kelle ein paar Tropfen Konfi auf den gefrorenen Teller. Wenn du den Teller schief hältst, darf nichts herunter laufen. Oder fahre mit einem Finger durch den Tropfen. Laufen die Ränder nicht mehr zusammen, ist es perfekt. 

 

Wenn deine Konfi zu dünn ist

Wenn es noch zu flüssig ist, mische etwas Gelierhilfe mit wenig Zucker. Gib das langsam zur Masse und koche sie noch einmal auf. Prüfe mit erneut ob die Konsistenz jetzt passt. Wenn ja, kannst du deine Gläser abfüllen. Du wirst sehen, es klappt perfekt. (s. auch Gelierhilfen

Falls du das erst später merkst, wenn sie schon abgekühlt ist, könntest du sie auch noch später erneut mit mehr Gelierhilfe aufkochen. Du kannst sie aber auch für Omletts oder um Joghurt oder Quark zu süssen verwenden. Beides bei uns sehr beliebte Fruchtaufstrich-Anwendungen. 

 

Und zum Schluss noch dies

Schreib dir auf, wie viel Gelierhilfe du für welche Frucht brauchst. Schreib auch dazu, wie du das Endresultat findest und was du allenfalls ändern würdest. Das hilft dir nächstes Jahr, um deine Aufstriche zu perfektionieren. - Jetzt wünsche ich dir gutes Gelingen.


Herzliche Grüsse 

 

Frau Rühr-Werk